Klobbicke

(C) S.Ahlhelm, Dorfkirche Klobbicke

Zur Baugeschichte der Kirche von Klobbicke, die zentral im ehemaligen Dorf – nunmehr einem Ortsteil der Gemeinde Breydin – liegt, lässt sich im Wesentlichen folgendes berichten: Die Kirche wurde im 13. Jahrhundert als einschiffiger Granitquaderbau mit eingezogenem rechteckigem Chor errichtet. Aus dieser Zeit stammen die drei Lanzettfenster in der Chor-Ostwand. Später erfolgte die Erweiterung um eine Sakristei an der südlichen Chorwand. Gegenüber der Tür zu Sakristei, an der inneren Nordwand des Chores, befindet sich eine Reliefplatte aus Sandstein, die eine stehende Ritterfigur in Gebetshaltung zeigt und folgende Umschrift trägt: „Anno 1575 IAR habe ich Hans von Termo Disen Stein beim Leben machen Lassn“. Die Familie von Termow stellte von 1412 bis 1603 die Herren des Gutes Klobbicke.

(C) C.Strauß, Altar Klobbicke

Um das Jahr 1630 wurde die Kirche umfassend saniert, wobei das – nach wie vor erkennbare – Südportal vermauert und die Fenster in der Nord- und in der Südwand stichbogig verändert wurden. Aus dieser Zeit stammt auch ein Großteil der Innenausstattung der Kirche, darunter der hölzerne zweigeschossige Altaraufsatz und die Kanzel. Der Altaraufsatz wird von zwei Säulen flankiert. In der Predella, dem Unterbau des Altars, befindet sich ein querrechteckiges Ölbild, welches das Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern thematisiert. Das Mittelfeld wird von einer plastischen Kreuzigungsgruppe vor einer gemalten Landschaft ausgefüllt. Seitlich der Kreuzigungsgruppe stehen vier geschnitzte Holzfiguren: Petrus und Andreas zur Linken und Mose und Paulus zur Rechten. Über dem Mittelfeld befinden sich eine gemalte Taube und an deren Seiten je zwei geschnitzte Apostelfiguren. Gekrönt wird der Aufsatz von einer geschnitzten Engelsfigur, die in einem gesprengten Giebel steht.

(C) S. Ahlhelm, Kanzel in Klobbicke

Die Kanzel besteht aus einer geschnitzten Mose-Figur, die einen polygonen Kanzelkorb trägt. Die fünf Brüstungsfelder der Kanzel sind mit den Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes sowie dem Lamm Gottes bemalt.

Die letzten bedeutenden baulichen Veränderungen an der Kirche erfolgten 1904/05, wobei allen voran der neuromanische Westturm mit Glockengeschoss errichtet wurde. Seit 1994 fanden Die letzten bedeutenden baulichen Veränderungen an der Kirche erfolgten 1904/05, wobei allen voran der neuromanische Westturm mit Glockengeschoss errichtet wurde. Seit 1994 fanden umfangreiche Sanierungsarbeiten statt, in deren Rahmen u.a. der Dachstuhl ertüchtigt, das Dach neu gedeckt, der Fußboden erneuert und die Turmuhr restauriert wurden. Zuletzt wurde der Innenraum malermäßig instandgesetzt. Die Kirche ist damit wieder ein ansehnliches Wahrzeichen der Gemeinde und ein würdiger Ort des Gottesdienstes. Gänzlich abgeschlossen sind die Sanierungsarbeiten allerdings nicht: Die Anfang der 1990er Jahre demontierte Orgel hart der Sanierung und des Wiederaufbaus, die Turmuhr eines elektrischen Uhrwerks und die einzig verbliebene Glocke eines elektrischen Läutewerks.

Text: M. Diehr